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Bei den zu betrachtenden Film- und Fernsehproduktionen handelt es sich in aller Regel um Auftragsproduktionen, bei denen die Aufträge ähnlich einer Baumstruktur von Ebene zu Ebene weitergereicht werden.

In fast allen Bereichen ist zur Bewältigung der Aufträge nicht nur Material, sondern auch Personal notwendig. Viele Firmen können wegen der unsteten und meist nicht vorhersehbaren Auftragslage die Aufträge nicht mit festem Stammpersonal (Ständig vollbeschäftigte Arbeitnehmer) bewältigen. Sie bedienen sich zur Aufstockung des eigenen, festen Stammes am sogenannten "Freien Markt". Dies ist i.d.R. eine mehr oder weniger große Adresskartei für den jeweiligen Disponenten, die er nach seiner Methode abarbeitet. Dabei gilt es immer wieder, die Kosten, das Können des jeweiligen Mitarbeiters und evtl. auch seine soziale Verträglichkeit mit anderen Kollegen zu berücksichtigen.

Hinzu kommen für den Disponenten meist unerhebliche Faktoren wie:
• Wer ist Freiberufler?
• Wer darf Rechnungen stellen?
• Wer ist mehrwertsteuerpflichtig?
• Wer ist trotzdem rentenversicherungspflichtig?
• Was passiert mit den Krankenversicherungsbeiträgen des Arbeitsgebers?

Dies sind Fragen, die sich in erster Linie der für die Auftragsvergabe Verantwortliche stellt. Sie sind aber auch zu einem großen Teil für den Auftrag- bzw. Arbeitnehmer interessant.

Die Gesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland läßt für diese Grauzone der oft genannten "Scheinselbständigkeit" noch immer keine klar definierbaren Grenzen zu. Die Prüfung der sozialversicherungsrechtlichen Selbständigkeit (Statusfeststellungsverfahren stellt viele Firmen vor eine fast unlösbare Aufgabe, da diese seit dem 01.01.2000 einzig der der Clearingstelle der Rentenversicherung Bund (RV Bund) obliegt. Dies macht die gesamten Abrechnungsmodalitäten so schwierig und aufwendig.
Die Konsequenzen einer Zuwiderhandlung dieser sozialversicherungsrechtlich relevanten Vorschriften liegen auf der Hand:
• Nachzahlung der geschuldeten Sozialversicherungsbeiträge
• Zahlung von Säumniszuschlägen darauf
• Weiterhin verschärfte Beobachtung der Abrechnungen durch die Entscheidungsbehörde (i.a. RV Bund, AOK)
• In besonders schweren Fällen strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen (auch bei Gesellschaftsformen mit beschränkter Haftung!)

Obwohl der erstgenannte Punkt noch als der am wenigsten kritische erscheint, dürften hier schon die wenigsten Unternehmen liquiditätsmäßig durch die immense Höhe der aufgelaufenen Beträge überleben.

Weitere Probleme im Zusammenhang mit "Freiem Personal" sind auf den ersten Blick weniger gefährlich, aber trotzdem betriebswirtschaftlich nicht zu unterschätzen:
Oft kurzfristige Entscheidungen von Auftraggebern können eine gesamte Dispositionsmannschaft vor zeitlich unlösbare Aufgaben stellen. Zu diesem Zeitpunkt ist es wichtig, die wesentlichen Aufgaben zu erkennen und den internen Stellen zuzuweisen. Andere Aufgaben können, oft sogar effektiver, von externen Institutionen gelöst werden. Ein Disponent, der vor lauter Telephonieren nicht zum Disponieren kommt, arbeitet nicht effektiv.
Abrechnungsvorgänge im eigenen Hause sind wegen der Vielzahl der unterschiedlichen Abrechnungsfälle oft zu teuer. Diese Kosten werden selten in angemessenem Umfang berücksichtigt, da wenig transparent.
Durch die Vielzahl und die Komplexität der unterschiedlichen Abgaben, Steuern und Beiträgen fällt es schwer, den Überblick über die wirklichen Kosten eines Projektes zu halten. Das klingt unglaubwürdig, aber viele Projektleiter wissen nur unzureichend über ihre direkten und indirekten Kosten Bescheid. Das verzerrt das Gesamtbild und führt zu verspätetem Aufdecken von Verlusten.
Das schnelle Auf und Ab in Programmgestaltung wie Auftragsvergabe der Sendeanstalten lassen selten Voraussagen über die Laufzeit eines Auftrages zu. Deswegen sind Personalkosten auch immer wieder schwer zu kalkulieren. Abhängig Beschäftigte, zu denen nach oben erläuterter Auffassung fast alle an den Produktionen Beteiligten gehören, erwerben nach deutschem Recht einen Kündigungsschutz, der bei unerwarteter Auftragsstornierung nicht nur die neu umzulegenden Kosten für Material erheblich beeinflußt. Diese Ansprüche sind selbstverständlich nicht von der Existenz eines schriftlichen Arbeitsvertrages abhängig.

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